Die Provence


Oft hören wir, dass wir uns in der Provence befinden. Geografisch und historisch ist dieses Gebiet aber nicht eindeutig einzugrenzen. Wir können aber sicher sein, dass wir provençalisches Wetter haben werden, und das ist für uns die Hauptsache. Zu dem schönen Wetter kommen noch die Naturschönheiten, sowie die reichlich vorhandenen Natur- und Kulturdenkmäler.


 Unser Zeltlager liegt unmittelbar an dem Fluss Ardèche, im nördlichen Teil des Departements Gard. Ein Departement ist so etwas ähnliches wie bei uns ein Regierungsbezirk. Die Ardèche ist ein Nebenfluss der Rhone, in der sie bei Pont St. Esprit, ca. 8 Kilometer östlich von unserem Lager mündet. Der landschaftlich schönste Teil ist der Flussabschnitt zwischen dem Pont d' Arc, einer natürlichen 50 Meter hohen Felsenbrücke, und unserem Zeltplatz. Bei ergiebigen Niederschlägen kann der Fluss innerhalb kürzester Zeit um einige Meter ansteigen. Nicht nur das Wasser birgt Gefahren, sondern auch die vom dichten Buschwald bewachsene Hochebene, die Garrigue. Nicht selten kommt es in trockenen Sommern zu großen Flächenbränden, die kaum bekämpft werden können.


Einige von euch, die in der Schule die verschiedenen Winde besprochen haben, kennen vielleicht schon den berühmt-berüchtigten Fallwind des Rhonetals, den Mistral. Gewöhnlich stürmt der Mistral in Perioden von 3 bis 12 Tagen, wobei er vormittags gegen 10.00 Uhr anfängt und erst bei Sonnenuntergang wieder endet. Die Luft ist dann kristallklar und nach einer solchen Sturmperiode folgen viele schöne und windstille Tage, bis zum nächsten Mistral.

St. Martin d' Ardèche
Das vom Massentourismus leider nicht mehr verschonte Dörfchen hat einiges zu bieten. Flussaufwärts, nur etwas über 100 Meter von der Dorfmitte entfernt, haben wir einen schönen Badestrand mit Toiletten und einem abgegrenzten bewachten Badebereich. Wenn man die Abtrennung überschwimmt, kann es sein, dass einem die vielen Kanuten und Tretbootfahrer die Frisur ganz schön durcheinanderbringen, deshalb das "Becken" bitte nicht verlassen. Im Dorf kann man schön bummeln, Minigolf spielen, oder aber auch nur auf einer Parkbank sitzen und das Leben genießen.

Versteckt in engen Gassen finden wir kleine Läden, Restaurants und Weinkellereien. Jeden Sonntag findet am Ufer der Ardèche der Wochenmarkt statt. Der bekannte Maler Max Ernst, Dadaist und Surrealist, hat viele Jahre in St. Martin gelebt und gearbeitet. Die Straße, die am Haupteingang der Kirche vorbeiführt, wurde nach ihm benannt. Wahrzeichen von St. Martin d' Ardèche ist die schmale, lange Hängebrücke über den Fluss. Als Fußgänger muss man sich oft ans Geländer "quetschen", wenn ein etwas breiteres Auto, wie ein Wohnmobil vorbei möchte.

   
© Jugendförderung St.Antonius Leverkusen e.V .