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Auf Wiedersehen…

30. August 2011

Der Freitagmorgen begrüßte uns mit einem heiteren Himmel und angenehm warmen Temperaturen. Also nichts wie raus aus dem Lager haben sich die Gruppen Jana, Marco, Winnie und Action gedacht. Mit Axel und Chiro fuhren sie Richtung Mont Ventoux und genossen dort am Fuße des höchsten Berges der Provence die Wasserwanderung durch den Toulerenc. Wie immer ist dieses nasse Vergnügen für alle Teilnehmer das Highlight der Ferienfreizeit. Die 4 Gruppen nutzten das herrliche Wetter und die Tour so ausgiebig, dass sie erst um 19:30 Uhr ins Lager kamen. Unterwegs gerieten sie in ein so heftiges Unwetter, dass sie nur im Schritttempo fahren konnten. Und sie rieben sich die Augen als sie unseren Platz sahen. Alles matschig und mit Pfützen überzogen. Gruppen trollten sich auf dem Fußballplatz und versuchten im Schlamm den Ball von dem einen ins andere Tor zu befördern. Was für eine Gaudi. Gottseidank haben wir warmes Wasser, so dass die Duschen einer besonders hohen Benutzerfrequenz ausgesetzt waren. Der Regenguss war zwar kurz, doch eben auch sehr heftig. Der ausgetrocknete Boden konnte die herabfallenden Wassermengen nicht schnell genug aufnehmen, so entstanden eben riesige Wasserlachen. Die Kinder hatten jedenfalls ihren Spaß.
Wegen des Unwetters konnten nachmittags leider keine anderen Touren mehr gemacht werden. Doch wie oben beschrieben beschäftigten sich die Kinder auch so. Langeweile kam jedenfalls nicht auf. Zu Mittag gab es Putenschnitzel mit leckeren Kartoffelecken und Gemüseeinerlei.
Einen besonderen kulinarischen Genuss erlebten die Leiter am Abend. Doraden, Sardinen, Champignons und Pernodkartoffeln vom Grill. Leckereien gebrutzelt und das mal völlig fleischlos. Mann, geht es uns gut…
Am Samstag war dann wettertechnisch wieder alles im Lot. Strahlend blauer Himmel, jedoch ohne diese astronomisch hohen Temperaturen. Einfach ein klasse Sommertag.
So konnten auch die zwei geplanten Fahrradtouren stattfinden, nämlich Gruppe Steffi zum Badesee nach Bollene und eine gruppenübergreifende Schar Velobegeisterte, die mit Ralf und Rainer eine Einkaufstour nach Pont St. Esprit, zum provenzalischen Markt, unternahmen. Es gab anschließend nur positive Vibration, die mir kundtaten - es war ein toller Tag.
Am Abend gingen einige erwachsene Teilnehmer zur zweiten Weinprobe. Der kräftige Landwein und die lockere Atmosphäre ließ den Rebenjüngern einen unvergesslichen Abend erleben.
Zu Mittag labten wir uns an Geschnetzeltem „Züricher Art“ mit Reis.
Am Sonntag erlebte das Feriencamp die letzte Messe für 2011. Huy ‚Pong Tu aus Gruppe Frank spielte auf einem Keyboard die Lieder mit, die die Gemeinde lauthals sang. Pastor Leo, unser Chef, wurde anschließend verabschiedet. Er hat nach gut sechs Wochen Ferienlager seinen Wohnwagen aufgeräumt und fuhr nun mit seinen 84 Jahren, mit seinem Golf, Richtung Heimat. Gute Fahrt!
Nach der Messe besuchten die Gruppe Tanja die Cascaden. Wieder erlebten die Kinder einen fantastischen Tag in dieser herrlichen, von Gott geschaffenen, Region. Für viele Teilnehmer ist diese Tour, mit der tollen Landschaft, den Klippen und den herrlich kühlen Fluten der Ceze, der eigentliche Star unter den Unternehmungen, die wir anbieten. Allerdings nur dann, wenn nicht hingelaufen werden muss. Für 2012 wird sich das ORGA- Team was einfallen lassen. Versprochen…
Marco ließ sich mit seinen Jungs nach Sauze fahren und schwamm die Strecke in der Ardeche zum Lager zurück. Wie die Gruppen zuvor, hatte auch er und seine Racker, tierischen Spaß an dieser Aktion. Bei geilem Wetter, eine saustarke Sache…
Der Dona Vierna wurde von Roland und einigen Teamern auch den dritten Sonntag hintereinander wieder erstürmt. Die herrliche Aussicht, das kleine Mahl, eine entspannende Wanderung mit eingebauter Badepause, ließ mal wieder Alle erholsam ins Lager kommen.
Am Abend klangen dann ungewohnte Klänge aus dem Esszelt. Karnevalslieder, mitten im August, ja richtig – die Narren waren los. Mit Alaaf den Fastelovend feiern. D’r Fastelovend is et Pläsiersche vun jedem dä nit doof eßß. Häßß do ävver en Ratsch am Kappes, dann sääß do natöörlijj dat dä Aschamettwoch et jrößte eßß. Dat stemp äwwer net. Saare de Fastelovendßjecke. Wie dä Mann zom Wiev jehööt, esu is et och mem Fastelovend unn dem Rhingland. Un dä Ruusemoondachszoch esuwieesu. Äwwa wieso eijentlesch? Nunneja, im 30-järrijje Kriej do es et esu jewäse: Mir Rhingländer moote widder Wille och kempfe. Ävver mir hatte kee Luss! Dann hamme mer ejnfach beukottiert: Mir dääte mit Kamelle scheeße, worfe Strüßje un spillten lustijje Moseek. Esu erjoov sich dat. Verstanden?
Am Montagmorgen fuhren Tana mit 4 Mädels, Marco mit 6 Boys und Mattes die große Kanutour. Pünktlich um 05:30 Uhr rollten sie aus dem Lager, um gegen 07:00 Uhr ihre Boote am Pont d’Arc ins Wasser zu lassen. Herrliche Stunden auf der Ardeche, dazu die fantastische Landschaft links und rechts vom Fluss. Mit verklärten Blicken erzählten die Paddler später von ihrem Abenteuer. Vielen wird diese Tour ewig im Gedächtnis bleiben…
Im Lager selbst sind schon die ersten Abbauaktivitäten erfolgt. So manche Behausung, sprich Zelt ist zerlegt, eingetütet und fürs nächste Jahr eingelagert.
Der Abend steht ganz im Zeichen des Lagerabends. Winnie, der Moderator, hat ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Sketche, Parodien, live vorgetragene Lieder und Spiele mit verdatterten Leitern, sowie die Prämierungen der Turniere, alles Highlights, die die Kinder einen fidelen Abend bescheren. Noch bis tief in die Nacht erhellet Kindergelächter das Camp…
An dieser Stelle möchte ich mich von Ihnen ganz herzlich verabschieden. Wie sie ja selbst gemerkt haben, sind die Tagebucheinträge zu Ende der Ferienfreizeit etwas schleppend ins Netz gestellt worden. Das lag natürlich in erster Stelle an mir und meinen vielen Jobs hier im Lager. Doch das Camp hat viele Helfer, ohne die es den Kindern nicht so gut gehen würde. Fangen wir mal mit der Lagerleitung an. Doch halt, fast hätte ich den Chef vergessen, ohne den die Ferienfreizeit gar nicht stattfinden würde. Leo Verhülsdonck, lockere 84 Jahre jung, hat 1957 zum ersten Mal mit einigen Messdienern die Sommerferien verbracht (nicht hier an der Ardeche, doch außerhalb Leverkusen). Von Jahr zu Jahr wurden dann die Ziele für die Ferien immer weiter gesteckt. Irgendwann einmal hat man dann dieses herrliche Stück Erde entdeckt und dauerhaft als Feriencamp gebucht. 2006 kauften dann die Antoniusjünger ihren eigenen Campingplatz und so können nun ihre ‚Kinder von dieser Entscheidung profitieren. Bonzo und Jörg, die Lagerleiter, halten den ganzen Laden zusammen. Sie organisieren, planen für die Zukunft und bestrafen auch schon mal hin und wieder Unbelehrbare. Die Küchencrew setzte sich diesmal aus dem harmonischen Team Pascal, Arne, Beate, Nina und Kirsten zusammen. Keiner ließ den Chef raushängen, alles wurde demokratisch abgestimmt und so konnten die Küchenleute auch locker alle Touren mitmachen. Das ausgezeichnete Essen, gepaart mit einer höflichen Umgangsform den Kindern gegenüber, ließen die Kombüse zu einem Wohlfühltempel werden. Nicht vergessen darf ich Uwe („Mac“), der die vielen Brote backte, die die Kinder hungrig verzehrten. Auch seine selbstgemachten Eiscreationen, liebten unsere Teilnehmer abgöttisch. Genau wie die beiden Büdchentanten Heike und Conny, die Tag für Tag, Süßigkeiten, Slush Eis und andere Leckereien verkauften. Vor Allem wurden sie geschätzt, weil sie sich geduldig auch die Sorgen und Nöte ihrer kleinen Kundschaft anhörten und so manchen Rat wussten, die ihre Klientel dann auch beherzigte. Die Lagerbank wurde von Rita und Maria souverän verwaltet. Ihre Kundschaft erhielt nicht nur die gesparten Euros, sondern auch gratis so manches Beratungsgespräch. So konnten viele Unüberlegtheiten der Kinder abgewandt werden. Die Fahrradwerkstatt hatte der Jupp unter seine meist ölgetränkten Hände. Die Maschinen waren alle top gepflegt und verkehrssicher. Immer höflich stellte er seiner Klientel die Räder auf Körpergröße und Sonderwünsche ein. Die Kanuübungsfahrten und Nachtwanderungen waren das Spezialgebiet vom Heinz. Die Kinder mögen seine Art mit den Dingen umzugehen. Viel Spaß und so manchen Unsinn verzapft er mit seiner Anhängerschaft. Damit die Kinder überhaupt Touren starten können haben wir dieses Jahr gleich 5 Fahrer organisiert. Wolfgang, Moni (die mit dem Teleskop), Volker, Ronny und Axel mit ihrer Engelsgeduld kutschieren die Kinder mit ohrenbetäubender Musik Von A nach B. Die Fahrten mit den Kleinbussen werden von den Kindern geliebt (ist ja auch besser als laufen). Die Sanitäranlagen sind in den bewerten Händen vom Ali. Ob Duschen, Urinale, Waschbecken oder WC’s keine Keime sind vor ihm sicher. Immer im Topzustand, so machen die kleinen und großen Geschäfte Spaß! Damit sich neue Teilnehmer nicht verlaufen haben wir unseren Wanderleiter Mattes. Mit Engelsgeduld bewältigt er so manchen Spaziergang mit der maulenden Meute. Nicht vergessen darf ich dann noch die ZBV’ler. Vorarbeiter Detlef mit Daniel, Rainer, Ralf, Helmut und Gast Claudia (unser Bierlieferant der Faßbierkontorei) sorgten mit ihrem Einsatz für dauerhafte Ordnung auf dem Platz. So manche Reparatur konnte erledigt werden und lästiges Gestrüpp wurde ebenfalls beseitigt. Dr. Chaos, Axel, belustigte die Kinder mit seinen Fahrradtouren. Außerdem war er unser Müllmann im Camp. Der Müllplatz war noch nie so aufgeräumt wie in diesem Jahr. Danke, Axel. Und dann wäre da noch Roland, also ich. Meine Aufgaben sind vielfältig und abwechslungsreich. Ich plane mit den Leitern ihre Unternehmungen als Tourenplaner, erstelle Listen für die unterschiedlichsten Dinge und wandere sehr gerne mit den Teilnehmern. Ich stelle Bilder ins Netz und schreibe gelegentlich mal Berichte für das Tagebuch. Immer knapp und aufs wesentliche konzentriert wie sie ja, als aufmerksame Leser, festgestellt haben. Für mich gehen nun sieben Wochen Zeltlager zu Ende. Die Zeit verflog im Nu. Zurzeit sind die Gruppen Jana und Franky am Mittelmeer, da sie die Bonusfahrt gewonnen haben. Ihre Zelte waren immer ordentlich und auch ihr soziales Verhalten ließ der Jury keine Wahl. Diese beiden Gruppen hatten es verdient. Das Lager ist am Dienstag fast komplett abgebaut. Viele Zelte sind eingepackt und verstaut. Heute Abend bieten wir noch eine Kinonacht für Alle an, da sowieso das ganze Feriencamp unter freien Himmel nächtigt. Vor den Filmen werden wir sämtliche Fotos, die wir ins Netz gestellt haben, vorführen. Die Leiter brutzeln die letzten Fleischstücke und haben nochmal die Möglichkeit über ihre Erlebnisse zu philosophieren.
Ich bedanke mich für die lieben Grüße (800 Gästebucheinträge) und hoffe dass ihr Kind so begeistert von unserem Angebot war, dass es unbedingt auch 2012 wieder mitwill. Also salü, bis nächstes Jahr…

Stafetten- und Turniertag…

26. August 2011

Bei schwül heißem Wetter wurde am Mittwoch der sogenannte Stafettentag abgehalten. An 14 Stationen, die im und außerhalb dem Lager aufgebaut waren, mussten die Gruppen Aufgaben lösen. Hierbei waren sportliche Herausforderungen, aber auch Geschicklichkeit und geistige Fähigkeiten gefragt. In Intervallen von 15 Minuten wurden die Parteien ab 10:00 Uhr losgeschickt. Vorher schoss man noch ein gemeinsames Foto (schauen sie mal die neuesten Bilder im Netz an) und los ging’s. Vom Nudelwanderspiel, zum Papierflieger Wettbewerb, dann kam eine Terrorschlucht vor einem Kanuspiel, nun Steintürme bauen bevor die Gruppe ein selbstkomponiertes Lagerlied zum Besten geben sollte. Natürlich wurde eine menschliche Pyramide konstruiert, um nachher ein Handtuch, auf dem Alle standen, zu drehen. Kurz noch ein Tabu- und Fragenspiel, anschließend zum Sortieren angetreten, um endlich im Boot Camp den Rödelparcour zu bewältigen. Ein Traktor per Muskelkraft wegziehen war da schon fast wieder Erholung. Also reichlich Abwechslung, was während der ca. 3 Stunden Wanderung auf die Kinder zukam. Die Ernährung bestand aus bestem Fast Food. Chicken Nuggets mit Pommes, natürlich alles aus der Fritteuse. Die Kinder lieben uns dafür…
Einige der Gruppen Tana, Björn, Marco und Wolli, mit Mattes und Moni machten sich abends noch auf, um unterhalb des Gipfelkreuzes zu nächtigen. Natürlich hatte Luna- Moni noch das Teleskop mit im Gepäck. Und was entdeckte man nicht für fantastische Gestirne. Die Milchstraße, jede Menge Sternschnuppen und der absolute Höhepunkt zeigten sich ebenfalls im Okular. Der Jupiter mit 2 seiner Monde, klar und deutlich am Firmament. An Ort und Stelle verbrachte man dann anschließend die ganze Nacht.
Im Lager war derweil ein weiteres Leitergrillen angesagt. Selbst marinierte Schweinestücke, Fleischspieße und Hähnchenkeulen wurden fachgerecht gebrutzelt und hungrig verspeist. So lässt es sich Leben, liebe Freunde…

Der Donnerstagmorgen zeigte sich nicht so, wie wir das eigentlich gedacht hatten. Statt strahlend blauer Himmel tief liegende graue Wolken, die die Sonne verdeckten. Also die Planung der Touren in den Mülleimer und den Turniertag vorgezogen. Flexibilität ist in so einem Feriencamp ganz wichtig. Den ganzen Tag über wurde nun gebolzt, gesungen, gesprungen, gespielt oder als Fan angefeuert. So lief Singstar den ganzen Donnerstag im Esszelt, nur unterbrochen vom Mittagessen. Es gab übrigens reichlich Fleischkäse, Erbsen mit Möhren und Kapü. Der Fußball- Boule- und Volleyballplatz wurde dauerhaft in Anspruch genommen, genauso wie die Trampoline und das Feld wo Wikingerschach gespielt wurde. Gesellschaftsspiele wie Risiko, Vier Gewinnt oder Schach durften ebenfalls nicht fehlen. So konnte man den ganzen Tag fröhlich spielende Kinder und sportlich aktive Erwachsene erleben. Ein harmonisches Bild. Alle, wirklich alle Teilnehmer des Feriencamps hatten eine wundervolle Zeit. Streitigkeiten oder gar Reibereien kamen an diesem Tag absolut nicht vor, da Vollbeschäftigung herrschte. Ein besonderes Highlight bereitete die Küche den Kindern zusätzlich, indem am gesamten Nachmittag Pommes und Chicken Nuggets, aus der Fritteuse, angeboten wurde. Kinder mit dicken Bäuchen schleppten sich über den Platz…
Der Abend hatte noch für einige Teamer eine Überraschung bereit. Bonzo zauberte für uns Froschschenkel und Weinbergschnecken ins Leiterzelt. Mit reichlich Butter (so geschätzte 5kg) und vielen Zwiebeln, sowie Knoblauchstücken servierte er einen wirklich kulinarischen Genuss. Einige neugierige Kinder probierten sogar von den Leckereien. Kommentar: Gewöhnungsbedürftig…
Für Morgen sind schwere Gewitter angesagt. Schauen wir mal…

Eine Höhlentour…

25. August 2011

Der Dienstagmorgen kam für die Gruppen Steffi, Andi und Björn früher als für den Rest der Truppe. Schon vor 08:00 Uhr verließen sie wandernd das Lager, um der Hitze während ihres Marsches zuvor zu kommen. Ihr Ziel waren die Cascaden, die sie nach 5,5 Stunden auch müde aber mit erhobenen Häuptern erreichten. So konnten sie noch viele Stunden in den kühlenden Fluten der Ceze verbringen und die Cascaden ausgiebig geniessen.
Die kleinen Mädels der Gruppe Manu verbrachten den Vormittag mit Roland im Höhlendorf Barry, das eine halbe Stunde von St. Martin entfernt liegt, ganz in der Nähe des Städtchens Bollène im Vaucluse. In den letzten Jahren wurden einige Häuser vom “Verein der Freunde von Barry” restauriert, so dass man heute gut erkennen kann, wie das Leben im Ort zuletzt gewesen sein muss.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Einsturzrisiko der Häuser aufgrund von klimatischen Veränderungen und Erosion immer größer. Deshalb verließen 1875 die letzten Menschen den Ort, nachdem einige Mitglieder der Dorfgemeinschaft in ihren Häusern verschüttet wurden. Die meisten Häuser sind in die Sandsteinfelsen aus dem Erdzeitalter “Miozän” gegraben: ein weicher Sandstein, der sich ohne Schwierigkeiten mit Hilfe einer Hacke aushöhlen lässt. Im Inneren der Häuser befindet sich meist ein zentraler Raum, um den verschiedene Alkoven in den Fels gegraben wurden: kleine Nischen für die Öllampe oder die Kerze, die ein wenig Licht brachte. Bis heute sieht man die Rauchspuren. Neben dem Kamin im Hauptraum befindet sich der Spülstein, auf dem noch Spuren des Wassereimers zu sehen sind. Im Stall, einige Schritte vom Haus entfernt, wurden Schweine gehalten, die Hauptlieferanten von Proteinen im Winter. Barry hatte seine Blütezeit in der Renaissance. Die Frauen arbeiteten im Tal auf den Feldern, die Männer oben im Steinbruch. Architekten und Bauherren in Städten wie Marseille, Avignon, Lyon, Montpellier schätzten den hellen Sandstein, der schon vor Ort vor dem Transport bearbeitet wurde. Die erste Besiedlung von Barry fand schon in der Steinzeit statt. Auch Kelten und Römer ließen sich dort nieder. Das auffälligste Überbleibsel aus römischer Zeit ist das Kolumbarium , die Totenstätte der Römer. Eine große Höhle, hoch oben in den Fels gehauen, in der sich viele Nischen für die Urnen befinden. Vom römischen Oppidum, der kleinen Stadt, ist außer Tonscherben nicht mehr viel übrig geblieben. Barry, das ist eine Historie des Wohnens von der Römerzeit bis ins 19. Jahrhundert: Herrschaftliche Häuser mit Getreidespeichern, einen Weintrog, einen Raum, in dem Seidenraupenzucht betrieben wurde, sogar ein eigenes Gefängnis hatte der Ort am gegenüberliegenden Hang.
Ein interessanter Ausflug für große und kleine Entdecker. Die Mädels hatten tierischen Spaß und ließen ihrer Phantasie, hier mal Leben zu dürfen, freien Lauf. Auch ein Schacht quer durch den Berg wurde durchwandert. Herrliche Aussichtsplattformen auf das Rhonetal rundeten die Tour ab. Der krönende Abschluss war dann der anschließende Ausflug zum Badesee von Bollene. Hier traf man auch Axel mit Frankys Jungs, die mit den Rädern ebenfalls dieses Gewässer als Ziel auserkoren hatten. Die älteren Jungs kümmerten sich rührend um die jungen Mädels, so dass Manu, Roland und Axel ein bisschen Augenkosmetik betreiben konnten. Ein herrlicher Tag mit viel Sonnenschein und ausgiebigem Badevergnügen.
In den Canyon wanderte Tanja mit ihren Dämchen. Viele Badepausen versüßten die Tour, so dass alle Mädels glücklich wieder ins Lager einmarschierten.
Die Kanuübungsfahrt mit der Gruppe Annika und den Gästen Sebastiano nebst Familie verlief ebenfalls sehr „harmonisch“. Bis Sauze und zurück ein wilder Parcour mit Paddel, Kanus und kreischenden Mädchen. Ein toller Spaß im Nass…
Eine Nachtwanderung unternahm der Heinz. Und damit ihm nicht so langweilig wurde, nahm er die Gruppen Jana und Tana mit. Vielleicht eine Bande zuviel? Mit der Ruhe im Canyon war es jedenfalls erstmals vorbei. Nächtliche Geräusche hören? Versteckte Tiere beobachten? Nee – Fehlanzeige! Ein paar Kröten, die den Weg kreuzten, und eben viele schwatzende junge Damen, das war es! Allerdings wurde das mitternächtliche Bade von Allen genossen.
Übrigens zu Mittag gab es außerordentlich leckere Schnitzel „Hawaii“ mit Schupfnudelpfanne!
Bis dann denn…

Im Westen nichts Neues…

25. August 2011

Wir haben Montag, den 22. 08, und Wolli mit 3 seiner Jungs, sowie Ralf und Daniel sind schon sehr früh mit den Rädern zum Mittelmeer aufgebrochen. Das heißt, so ca. 140km in die Pedale treten. Vom Lager, über Pont St. Esprit und Bangnols radeln, dann um Avignon herum nach Beaucaire, schließlich St Gilles durchqueren um durch Albaron das Ziel Saintes-Maries-de-la Mer zu erreichen. Um kurz nach 20:00 Uhr kam die abgekämpfte Schar an. Sofort wurde ein ausgiebiges Bad im warmen Mittelmeer genommen. Man schwamm in der Abenddämmerung und freute sich wegen der vollbrachten Leistung. Im angenehm warmen, weichen Sandstrand kuschelten sie sich alsbald in ihre Schlafsäcke und fielen in einen tiefen erholsamen Schlaf. Am folgenden Dienstag wurde das Mittelmeerstädtchen dann erkundet. Saintes-Maries-de-la Mer ist der Hauptort der Camargue. Diese Ansiedlung (2294 Einwohner) ist ein alter Wallfahrtsort, der heute stark durch den Tourismus geprägt wird. So verbrachten Wolli und seine Mannen einen abwechslungsreichen Tag, bis sie von einem Lagerbus dann gegen Abend abgeholt wurden.
Andy übte derweil mit seinen Jungs das Geradeauspaddeln. In Sauze angekommen beherrschten sie es dann rechtzeitig, um wieder umzukehren. Stolz wegen ihrer Fahrkünste hörte man sie schon Weiten von ihren Taten prahlen.
Eine besondere Aktion wurde von Marco für seine Jungs und Tana mit 4 ihrer Mädels angeboten. Klettern an einem steilen (90°) Felsen. So richtig mit Gurt, Seil und Haken im Fels. Am Dona Vierna hatte Marco am vergangenen Sonntag eine tolle Kletterstelle entdeckt. Kurzentschlossen und mit dem richtigen Equipment bewältigte er den ca. 10m hohen Felsen. Die Kraxler hatten ihren Kick mit reichlichen Adrenalinschüben.
Axel fuhr mit Frankys Boys mit dem Rad zu den Cascaden. Die ca. 15km lange Strecke, die über das Dörfchen Salazac geht, ist eine recht hüglige Piste. So müssen über 200 Höhenmeter überwunden werden, bis man dann zu dem Ziel in einer Schussfahrt hinunter fliegen kann. Die Cascaden entschädigen aber jede erdenkliche Mühe.
Die Kanuübungsfahrt von Björns Gruppe wurde ebenfalls ohne Schwierigkeiten gemeistert. Mit viel Spaß konnte so der Nachmittag im kühlen Nass verbracht werden.
Zum Forsthaus sind die Gruppen Winnie und Action aufgebrochen. Gegen 20:00 Uhr erreichten sie ihr Ziel, eine alte teils verfallene Pferdewechselstation. Nachdem die Verpflegung (selbstgemachte Pizza) und die Schlafsäcke mit einer großen Plane mittels Allradbus eintrafen, aß man sich so richtig satt, und legte sich anschließend zum Schlafen in Gruppen zusammen. Am Dienstagmorgen brachen dann die Gruppen zur Canyonwanderung auf. Diese herrliche Tour zum Lager wurde von Allen genossen. Mit reichlichen Badepausen gespickt erreichten sie mit Wanderleiter Mattes rechtzeitig das Camp, um sich den Bauch mit leckeren Cannelloni vollzuschlagen, die es zu Mittag gab.
Die Grillecke belagerten die Gruppen Steffi und Björn. Kein Geschrei, nur ein Schmatzen und Kauen war zu vernehmen. Einige Rülpser zeugten davon, dass es geschmeckt hat.
Die kleinen Mädels von Manu mit Moni suchten kurz vor Mitternacht eine versteckte Stelle unterhalb des Gipfelkreuz auf. Dort baute Moni, von den Girls Lunamoni getauft, das Teleskop auf und zeigte den Erstaunten unseren Erdtrabanten. Fasziniert wurde das Beobachtungsgerät umlagert und den spannenden Geschichten über Sterne, Milchstraße und Sternbilder, die Moni erzählen konnte, zugehört.
Eine Kinonacht rundete den Montag ab. Bevor die kindgerechten Filme über einen Beamer auf die Leinwand gezaubert wurden, zeigten wir den Zuschauern noch die Bilder, die wir ins Netz gestellt haben. Ein großes Hallo mit einigen lustigen Kommentaren zeugten davon, dass die Auswahl der Fotos positiv angenommen wurde. Die Nacht war noch lang…

Ein Zweitagesbericht…

22. August 2011

Ach, liebe Leute, wie die Zeit vergeht. Ich sitze hier an meinem Wohnwagen, schreibe gerade Tagebuch, wir haben Montag, den 22. August, 10:31 Uhr und einige Gruppen haben das Lager gerade verlassen, um zu diversen Ausflugsstellen zu gelangen. Die Hälfte der Ferienzeit ist nun auch schon vorbei und ich habe mir (nach über 5 Wochen Zeltlager) gestern mal einen freien Tag genommen. Seele baumeln lassen und so (natürlich mit einigen Teamern am Dona Vierna – doch davon später mehr). Jedenfalls hinke ich mit meinen Erzählungen hinterher, deshalb werde ich nun die Samstag- und Sonntagaktivitäten zusammenhängend berichten. An dieser Stelle übrigens mal ein Dankeschön an die positiven Resonanzen, die ich aus den Gästebucheinträge natürlich gerne entgegen nehme. Da macht das Schreiben doppelt so viel Spaß. Also dann mal los…
Da die Wetterfront sich kontinuierlich weigert, mal was anderes als traumhafte Sommertage mit sternenklaren Nächten anzubieten, fasse ich das jetzt auch zusammen. Zwischen 33°C bis 35°C (gefühlte 45°C) am Tage, kaum Wind und nachts angenehme 23°C, das sind die konstanten Temperaturen. Soll die weiteren 10 Tage so bleiben. Ich meine, wir haben ja auch Sommer gebucht, oder?
Dieser Samstag ist für uns Markttag. Wir besuchen einen original provenzalischen Markt in Pont St. Esprit, einer kleinen Stadt die ca. 9,5 km von unserem Lager entfernt ist. Annähernd alle Gruppen und sonstigen Hilfskräfte werden dorthin gefahren. Das Lager ist nahezu ausgestorben, nur eine Stallwache und ein paar Fußkranke verpassen diesen Ausflug. Und so wird ab 10:00 Uhr mit allen Fahrzeugen der Platz evakuiert.
Pont-Saint-Esprit ist eine französische Gemeinde im Departement Gard mit 10.046 Einwohnern. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die Brücke über die Rhône, erbaut 1265 bis 1309. Die Brücke ist 919 Meter lang und besteht aus 25 Brückenbögen. Ebenfalls sehenswert ist der historische Ortskern mit den Kirchen Saint-Saturnin aus dem 15. Jahrhundert und Le prieuré Saint-Pierre aus dem 12./13. Jahrhundert sowie die Zitadelle La Citadelle et la Collégiale aus dem 14. Jahrhundert. In der Altstadt wurde das Ritterhaus - Maison des Chevaliers der ehemals adligen Familie von Piolenc - zum (konfessionsunabhängigen) Museum der sakralen Kunst des Departements Gard, Musée d’Art Sacré (Ausstellungen). Der Markt am Samstag auf den breiten Alleen am Rand der Altstadt ist das ganze Jahr durch besonders lebendig. Und das ist auch die Hauptattraktion für unsere Kids (neben dem Supermarkt Intermarche). Ob Stände wo Salami, Oliven, Obst, Gemüse, Gewürze oder gebratene Hähnchen, halbe Enten und Fisch angeboten werden oder einfach Buden mit Klamotten, Andenken, Souvenirs und sonstigem Tinnef, alles wurde bestaunt und so manche Euros wechselten den Besitzer. Gegen 13:00 Uhr sammelten die Busse die Waren und die jüngsten Kinder ein und fuhren zurück ins Lager. Die meisten Gruppen allerdings kamen in den Genuss eines Spazierganges durch Feld und Flur. Die schlappen 9,5km Fußmarsch wurden zwischen 2 und 3,5 Stunden bewältigt. Hierbei erlebten Lumpensammler Wolli und Frank (also die Schlusslichter der Wandergemeinde) gemeinsam mit 2 Mädels eine erstaunliche Gastfreundschaft. Als sie an einer Villa mit Swimmingpool vorbeischlenderten, sprach Franky laut aus, was wohl alle dachten. „Mensch, hier mal rein springen und sich abkühlen“. Sofort ertönte eine Stimme hinter einem Busch. „Kein Problem, nur rein mit Euch“. Das Domizil gehört einem deutschen Ehepaar das im Sommer hier ihre Ferien verbringt. Jedenfalls war die Freude riesengroß und die Mädels genossen den Pool. Nachdem die Getränkeflaschen mit frischem Wasser aufgefüllt waren verabschiedete man sich herzlichst und wanderte frohgelaunt der übrigen Meute hinterher.
Teile der Gruppen Steffi, Tanja und Annika waren am Freitag zu einer Zweitages Kanutour aufgebrochen und sind wieder heil und gesund (die Kanus sind auch ganz geblieben) im Lager. Hier ihre Geschichte. Die 13 weiblichen Paddlerinnen wurden so gegen 15:00 Uhr am Pont d’Arc mit ihren Booten und Wassertonnen ausgesetzt. Sofort machten sie sich auf, um ihr Tagesziel, die Biwakstation Gournier, zu erreichen. Die Pont d’Arc ist eine natürliche Steinbrücke über den Fluss Ardèche, nahe der Stadt Vallon-Pont-d’Arc . Sie ist 60 m breit und hat eine Höhe von 45 m. Sie ist 30km von St.Martin d’Ardèche, also unserem Lager, entfernt. Entstanden ist die Pont d’Arc auf natürliche Weise, als sich der Fluss durch Abtragung des tiefliegenden weichen Kalksteins immer weiter in den Fels grub. An der engsten Stelle einer Ardèche-Schleife, des Cirque d’Estres, durchbrach der Fluss die natürliche Barriere, fand ein neues Bett und legte den Cirque d’Estres trocken. Festeres obenliegendes Gestein wurde nicht abgetragen, welches dann als Steinbrücketypos erhalten blieb. Die Pont d’Arc ist das Wahrzeichen der Wildwasser-Kanusportler in dieser Region. Mit viel Spaß und reichlichem Wasserschlucken erreichte unsere Girliegroup so gerade vor der Dämmerung die Biwakstation. Ein großes Zelt mit Holzdielen als Fußboden wurde ihnen als Nachtquartier zugewiesen. Sie teilten die Stätte mit einigen Franzosen, so dass später 21 Personen dort nächtigten. Zuvor allerdings grillten unsere Abenteurerinnen mitgebrachtes Fleisch auf riesigen Grills (die Holzkohle wird vom Biwak gestiftet). Das Hindernis erst mal eine gewisse Glut zu produzieren (Grillanzünder, Holzstückchen etc. – Fehlanzeige) überwanden sie mit ihrem Charme, so dass reichlich helfende, männliche Campbewohner diese Aufgabe übernahmen. Das zubereitete Mahl schmeckte vorzüglich und nach einer angenehmen warmen Dusche entschlummerten unsere Mädels rasch in einen tiefen Schlaf. Am Samstag genossen sie dann die Ardecheschlucht noch mal in vollen Zügen und durchfurchten mit ihren Paddeln die Wasser des Flusses. Auf der Ardèche kann man hervorragend Kanu- und Kajak-Sport betreiben. Im Hochsommer ist der Fluss relativ träge, abgesehen von den Stromschnellen, und auch für den unerfahrenen Laien zu bewältigen. Bei starkem Gegenwind ist die Strecke allerdings sehr anstrengend und deshalb nicht zu unterschätzen. Baden ist überall möglich, allerdings ist der Zugang in die meist steile Schlucht nicht an allen Orten einfach. Dieses Jahr, liebe Leser, ist das Kanu fahren nicht ganz so einfach wie die Jahre zuvor, da wir sehr wenig Wasser in der Ardeche haben. Oftmals muss sogar das Boot verlassen und geschoben werden. Trotzdem hatten unsere Mädels eine tolle Tour. Braungebrannt und mit gestählten Armen betraten sie stolz das Feriencamp.
Eine Fahrradtour durch Wiesen und Felder unternahm Marco mit seinen Jungs. Er radelte von unserem Lager Richtung Rhone, überquerte den Fluß (über o.g. Brücke in Pont St. Esprit) und hatte als Ziel einen stillgelegten Kiessee. Dort holte man vor einigen Jahren die Steine für die Trasse des TGV- Zuges heraus. Als die Bahnstrecke zu Ende gebaut war, nutzte man den See dann als Badeanstalt. Schönes, kristallklares Wasser in den Farben Türkis bis Saphirblau laden förmlich dazu ein, hier Rast zu machen und ein kühlendes Bad zu nehmen. Die Radler verbrachten einige tolle Stunden in dem Nass, bevor sie sich auf den Rückweg machten. Einen Fastfood-Hersteller, den man „zufällig“ am Wegesrand entdeckte, rannte man kurz darauf die Bude ein. Hamburger und BigMacs wurden im Handumdrehen verspeist. Satt und zufrieden sprachen die Jungs später von der geilsten Tour, dieser Ferienfreizeit. Jedem das seine…
Da zur Mittagszeit, wegen des Marktbesuchs, keiner im Lager war, gab es diesmal ein warmes Abendessen. Gulasch mit Nudeln, die mit Heißhunger verspeist wurden.
In die Grillecke verzogen sich die Gruppen Winnie und Action (Kerstin). Nach dem Mahl mit gebrutzelten Würstchen und Grillfackeln wurde noch ein kleines Lagerfeuer entfacht und die Nacht verbrachte man auch direkt neben dem Grill. Glückliche Kinder mit vollen Bäuchen säuselten in ihren Schlafsäcken, untermalt vom Bassschnarcher Winnie, man war das eine harmonische Szene.
Ach ja, liebe Freunde, zu einer Weinprobe wurde ebenfalls geladen. 15 Rebensaft Liebende besuchten den Weinbauer und schlürften von dem samtigen, fruchtigen Cote de Rhone. Die im Schnitt 14Vol%igen Weine ließen die Stimmung schnell ansteigen, und so wurde ein lustiger Abend mit Salami, Riletteschnittchen (Rillette ist ein klassischer französischer Brotaufstrich, der aus Fleisch oder Fisch hergestellt werden kann) und Oliven- Knoblauchpaste als Baguettebelag gefeiert.
Nach der Sonntagsmesse brachen die Gruppen Steffi und Björn, bewaffnet mit einer Kiste voller Leckereien, zum Steinstrand der Ardeche auf. Dort angelangt wurde ein Picknick der feinsten Art zelebriert. Der Anlass war der Geburtstag von Jan Niklas Mally, aus der Björn Gruppe. Eine schöne nette Geste, die alle Teilnehmer zufriedenstellte.
Das Mittagessen mit Kassler, Kapü und Rotkohl, dazu selbstgemachtes Speiseeis, war ein Gedicht. Die Teller wurden geradezu leergekratzt. Ein Spülen des Geschirrs war nicht mehr nötig.
Nach dem Mittagsmahl probierten die Jungs der Gruppe Action das Geradeaus paddeln. Diese Art der Fortbewegung ist vielen nicht in die Wiege gelegt worden, und so sah das hin und her schlingern dann auch aus. Viele bewegten sich kreisend wie der Kampfstern Galaktika vorwärts. Spaß hatten aber Alle…Kinder und Boote sind wieder heil im Lager!
Eine Höhle in der Nähe vom Pont d’Arc war das Ziel von den Gruppen Winnie und Manu. Jörg als Wanderleiter zeigte den Abenteurern eine Welt unter Tage. Tropfsteine die kristallklar und mächtig von oben nach unten, oder umgekehrt, gewachsen sind faszinierten Jeden. Leider konnte ein anschließendes Badevergnügen, wegen Zeitnot, nicht mehr stattfinden, was Alle sehr schade fanden. Dennoch eine tolle Tour.
Tja, und dann eben noch der Ausflug zum Dona Vierna. Jeden Sonntag lade ich die Gruppenleiter und sonstige Hilfskräfte ein, mit mir diesen Felsen zu erklimmen. Dort oberhalb der Ardecheschlucht hat man einen phantastischen Ausblick und fühlt sich dem lieben Gott einfach ein Stückchen näher. Die Seele baumeln lassen, ohne Kinder mal ein paar Stunden entspannen. Oh Mann! Bei Salami, Oliven, Käse und Baguette dazu ein kräftiger roter Landwein – Leben wie Gott in Frankreich! Nach dieser Therapiestunde geht’s dann hinab zur Ardeche, wo ein ausgiebiges Bad genommen wird. Wie die kleinen Kinder trollt man im Wasser und hat einfach nur Spaß, hier mir seinen liebgewonnenen Freunden zu sein. Gestärkt blickt man dann den Aufgaben, die bestimmt wieder kommen, entgegen.
Sonntag ist natürlich auch Discotag. Also frisch stylen und ab zum Abzappeln…
Wir haben immer noch Montag, den 22. August, und die Uhr zeigt 16:00 Uhr an. Ich sitze am Laptop, schwitzte, gehe zwischendurch mal unter unsere Outsidedusche und freue mich auf die nächsten Tage. Viele Unternehmungen stehen zurzeit an (heute Abend gibt es übrigens ein leckeres Hähnchen essen). Also besuchen sie morgen wieder unsere Homepage und lesen die Tagebucheinträge. Mich würde es freuen…

Eine Karawane im Canyon…

20. August 2011

Wettertechnisch nichts Neues! 34°C im Schatten, gefühlte 40°C, selbst die Zikaden haben ihr Zirpen eingestellt. Am besten ein schattiges Plätzchen aufsuchen und trinken, trinken…
Von wegen, schlappe 54 Personen (die Gruppen Frank, Winnie, Acction, Wolli, Manu mit Jörg, Elias, Roland, Moni, Chiro und Diaco) brachen um 10:30 Uhr zur Kräutertour auf. Die Gemeinschaft wurde hinaus in die Garrigue, dem undurchdringlichen Buschwerk (typische Vegetation der Provence) mit allen verfügbaren Fahrzeugen gefahren. Eine kurze Ansprache vom Wanderleiter Roland, keine Pflanzen und Kräuter abzureißen, und schon trotteten die Wanderer den Lehrpfad ab. In einer knappen Stunde wurden ein Hinkelstein, ein Hünengrab und ein Köhlerplatz besichtigt. Ferner erspähte man so komische Pflanzen wie einen Erdbeerbaum oder einen wunderbar gewachsenen Cypressenwacholderbusch. Welch wunderbare Gerüche während der Wanderung wahrgenommen wurden, kann ich leider nicht beschreiben, liebe Leser. Doch gehen sie einfach mal in ihre Küche, machen ihr Gewürzdöschen mit der Aufschrift „Kräuter der Provence“ auf, und nehmen mal einen tiefen Atemzug. Dabei die Augen schließen und die Heizung volle Pulle hochdrehen. Na ja, so ungefähr jedenfalls duftet es hier und das Schwitzen gibt’s gratis dazu. Nach dieser Expedition wanderten die Ausflügler hinab in die Ardecheschlucht, zum Campingplatz „Camping des Grottes“. Ein absoluter Geheimtipp unter durchgeknallten Aussteigertypen, die die alternative Form des Zeltens bevorzugen. Ein waldiger Abhang mit kleinen Parzellen bietet den Camper null Luxus, aber ein wahnsinniges Freiheitsgefühl. Ein Bistro 50m den Berg hoch ist die einzige Versorgungsquelle. Aber dieses Stück Erde hat den besten Strand der Ardeche. Ein feinkörniger Sandstrand, wie man ihm vom Mittelmeer her kennt. In den Abendstunden, wenn die Temperaturen dann angenehmer werden, kann man dann auch seltene Geräusche und Gerüche wahrnehmen. Bongotrommeln, Querflöten, dazu ein leicht würziger Duft, der einen benommen macht, sie wissen schon…sind auch viele Deutsche unter den Gästen, was man denen allerdings nicht ansieht, da fast alle mit Rasterlocken und Pluderhosen herumlaufen, wenn sie überhaupt was anhaben. Jedenfalls kommen unsere Kinder gerne, des Strandes wegen, zu diesem Kleinod der Ardecheschlucht. Außerdem ist die Schlammhöhle hier beheimatet. Den ganzen Tag über erfrischten sie sich im Fluß oder besuchten eben die morastige Grotte. Als zum Rückmarsch geblasen wurde, zog eine unheimlich lange Karawane den Canyon entlang. Die Schlucht war einmal mehr in den festen Händen der Antoniusjünger.
Gruppe Andi gesellte sich übrigens ebenfalls, um die Mittagszeit, zum Camping des Grottes dazu. Er vervollständigte dann mit seinen Jungs die Wanderschar auf 64 Personen.
Da Steffis und Tanjas Mädel auf Zweitages Kanufahrt war, herrschte im Lager eine gespenstige Ruhe während des Mittagessens. Die Fischstäbchen mit selbstgemachten Kartoffelsalat wurden daher überwiegend zum Abendessen angeboten. Mit Heißhunger verschlangen dann die Heimkehrer ihre Portionen.
Über die Kanutour werde ich Morgen berichten, wenn die Paddler wieder im Lager sind und ihre Erlebnisse mir dann erzählen können.
Das Schwimmen von Sauze aus, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder bei diesen Temperaturen und den angenehm warmen Wassergraden lässt es sich ja auch super im Nass planschen. Die Gruppe Tana mit Jana, Daniel, Pascal, Arne und Heinz hatten wieder tierischen Spaß. Gerade unser Küchenbulle Pascal ist bei den Mädels sehr beliebt. Als Klettergerüst oder Körperwegschleuderer ist er super zu gebrauchen. Auch das Klippenspringen, besonders Daniel machte dabei eine gute Figur, wurde unterwegs des Öfteren vollzogen. Mit leuchtenden Augen berichteten die Wasserratten später in der Leiterrunde von ihren Erlebnissen. Ich glaube, dies war nicht die letzte Schwimmtour…
Die jüngsten Mädels von Gruppe Manu grillten am Abend noch ihre Würstchen, die mit viel Ketchup hungrig verspeist wurden. Ein besonderer Genuss waren aber die am Stock geschmolzenen Marshmallows, die Manu besorgt hatte. Wen’s schmeckt…
Morgen ist Markttag in Pont St. Esprit. Also, gleiche Welle, gleiche Stelle bis dann denn…

Hochsommer mit Unterbrechung…

19. August 2011

Eigentlich langweilig immer wieder vom schönen Hochsommerwetter berichten zu müssen. Zwischen 30°C und 33°C, wolkenloser Himmel, der Planet brennt unbarmherzig, doch dann gegen Abend ziehen sich dunkle Wolken zusammen. Ein kurzer Schauer mit zwei, drei Blitzen und anschließendem Donner bringen zwar keine Abkühlung doch zumindest staubt es zeitweise nicht mehr so stark. Die Nacht war dann wieder sternenklar und für morgen sind wieder Traumwerte angekündigt, und tatsächlich während ich hier jetzt sitze und schreibe läuft mir der Schweiß in Strömen den Rücken zum …. runter.
Dir Gruppe Tana mit Mattes waren um 08:00 Uhr mit den Rädern nach Avignon aufgebrochen. 65 km ist die Distanz, die die Schar mit ausgiebigen Pausen in 6 Stunden bewältigte. Ein welliger Kurs der hauptsächlich über Nebenstraßen gefahren wurde. Da kein heftiger Wind die Radler behinderte, kamen sie recht entspannt in diese wirklich schöne Stadt an. Avignon ist eine Gemeinde in der Provence in Südfrankreich am östlichen Ufer der Rhône mit 90.109 Einwohnern, von denen etwa 12.000 innerhalb der Stadtmauern wohnen. Ihre Einwohner nennen sich „Avignonesen“. Die Stadt Avignon trägt den Beinamen „Stadt der Päpste“, da sie von 1309 bis 1423 Papstsitz war, und ist heute die größte Stadt und Hauptort des Departements Vaucluse. Die Altstadt von Avignon mit ihren prächtigen, mittelalterlichen Häusern ist von einer intakten und imposanten Befestigungsmauer umgeben. Die Altstadt mit dem gotischen Papstpalast (Palais des Papes) aus dem 14. Jahrhundert, der Bischofsanlage, dem Rocher-des-Doms und der berühmten Brücke Pont St. Bénézet zählt zum Weltkulturerbe. Künstlerisch und kulturell ist die Stadt durch das Festival von Avignon auch weit über die französischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Und das wichtigste, die Stadt beherbergt eine Fleischklopsbraterei, die die Kinder abgöttisch lieben. Kultur hin, englische Gärten her, gegen einen Hamburger von McDonald’s ist das alles uninteressant. Schnell verrann die Zeit und gegen 21:30 Uhr wurden sie mittels Kleinbussen wieder ins Lager zurückgefahren.
Der 3 Punkte- Lauf wurde über den Tag verteilt gleich von drei Gruppen bewältigt. Die Männer vom Andi und Franky, sowie von den Mädels der Gruppe Tanja. Alle haben unser Leger wieder gefunden und ihre Aufgaben wohl auch gelöst. Eine Auswertung wird Bonzo vornehmen und die Sieger dieser Tour werden dann am Lagerabend gekürt.
Die Wasserwanderung zur Toulourenc war ebenfalls Ziel an diesem Donnerstag. Traumhafte Temperaturen und Kinder die so richtig Spaß an dieser feuchten Tour hatten ließen alle Beteiligten schwärmen. Die absolute geillllste Tour, die angeboten wird, so der Tenor der Gruppen Steffi, Annika und Björn. Ebenfalls genossen Heinz und Rita die Wanderung am Fuße des Mont Ventoux.
Eine Abenteuertour der ganz anderen Art erlebten die Gruppen Action (Kerstin) und Winnie mit Axel als Begleiter. Mit dem Fahrrad zum Lidl. Was als Einkaufsfahrt gedacht war, gestaltete Axel zur Lehrfahrt durch Gemüsefelder, Obstplantagen und Weingebiete. Lidl wurde zwar auch erreicht, jedoch hatte man ein paar Verluste zu beklagen. Action und 2 Kinder waren verlustig. Kerstin hatte einen Plattfuß erlitten und musste so mit ihren beiden Begleitern und dem defekten Rad zum Lager zurück. Dort angekommen telefonierte sie mit ihren davongeeilten Kameraden und gab die Einkaufsliste per Handy durch. Nicht ganz pünktlich zum Mittagessen brachten dann die Lidlfahrer auch tatsächlich das Gewünschte. Ende gut – alles gut!
Tja, der Axel. Schon mal Dr. Chaos genannt, wird er doch von vielen Kindern geliebt. Gerade die jüngere Gemeinde fährt gerne mit ihm per Fahrrad in die Walachei. Jede kleine Radtour wird bei ihm zu einem Abenteuer. So beglückte er am Nachmittag die Gruppe Manu mit ihren kleinsten Mädels. Das Ziel sollte eigentlich die Rhone sein, doch den Fluss sahen die Girls nicht. Jedoch jede Menge bäuerliche Anbauflächen und Viehzeug am Wegesrand. Da in der Ferne ein Unwetter zu erkennen war, beschloss man das Lager wieder rechtzeitig anzuradeln. Und das gelang den Velojüngern dann auch, man kam trocken auf dem Platz wieder an.
Im Lager selbst wurden ebenfalls Aktivitäten veranstaltet. So bot Maria eine weitere Aerobic Stunde an. Bei lauter einpeitschender Beatmusik hopste man, verrenkte Gliedmaßen oder nahm ungesund aussehende Körperstellungen ein. Vielleicht tanz ich da mal mit, um mir ein besseres Bild von dieser Zappelei machen zu können. Beim nächsten Mal…
Das Bouleturnier hat angefangen. 40 Anmeldungen machen einen straffen Spielplan nötig. Die erste Partie war dann auch gleich eine außerordentlich spannende und knappe Angelegenheit. Maria schlug Rita (also eine bankinterne Auseinandersetzung) hauchdünn. Gratulation!
In die Grillecke verzog sich Wolli mit den ältesten Jungs. Die „Fastmänner“ brutzelten Grillfackeln, Nackensteaks und natürlich die gute deutsche Bratwurst. Mit hängenden Bäuchen schlurfte man des Nachts zum Zelt und wuchtete sich aufs Feldbett.
Zu Mittag gab er übrigens Putengeschnetzeltes mit Reis und Salat. Stimmt das Futter, dann stimmt auch der Rest. Also an dieser Stelle kann ich ihnen, liebe Leser, bescheinigen, dass die Küche einen außerordentlich guten Job verrichtet. Die reichhaltigen und gut gewürzten Gerichte wissen alle Teilnehmer der diesjährigen Ferienfreit zu würdigen. So mancher Nachschlag beweist, dass es schmeckt.
Jusqu’à demain…

Es gibt viel zu erzählen…

18. August 2011

Und wieder so ein wahnsinniger Sommertag. Um 18:00 Uhr wurden in der Wettermessstation von St Julien de Peyrolas noch 31,8°C gemessen. Und für Samstag sind dann endlich die 40°C angekündigt. Na mal sehen, ob das noch zu toppen ist… Die Küche hat auf diese heißen Temperaturen sofort reagiert und uns Alle mit einem wirklich leckeren Gemüseeintopf überrascht. Dieses Rumfortessen (alles was rum liegt muss fort) kam erstaunlicherweise selbst bei unseren Kinder (von wegen Fast Food Generation) gut an.
Nun zu den Touren! Die Gruppen Winnie, Manu und Action (Kerstin) mit Axel, Chiro, Heike, Arnd, Fahrrad- Jupp, Gabi und Detlef wurden zu den Cascaden gefahren. Tja, die Jüngsten werden wegen ihrer kurzen Gliedmaßen zu diesem Badespaß kutschiert. Die Fahrer Wolfgang, Moni, Axel und Volker blieben ebenfalls dort und planschten, schwammen und sprangen von Klippen was das Zeug hielt. Normalerweise halten es unsere Kleinen nicht sehr lange an einem Ort aus, schon gar nicht bei solchen heißen Temperaturen. Doch diesmal kam kein Anruf, früher abgeholt zu werden, im Gegenteil. Fast schon traurig packte man um 17:30 Uhr die Klamotten, das Wasserabenteuer war leider vorbei. Müde Krieger schliefen während der Rückfahrt ins Lager…
Den 3 Punkte Lauf absolvierte die Gruppe Jana. Hierbei werden der Gruppe drei Aufgaben gestellt, die sie in möglichst kurzer Zeit schriftlich beantworten sollte.
1. Finde die renovierte Madonnenstatue an der alten Zeder in Aigueze.
Wann wurde die Statue renoviert?
Wann wurde die Zeder gepflanzt?
Wer pflanzte die Zeder?
2. Besteigt den Kalvarienberg in St. Julien de Peyrolas.
Wann wurde der Kalvarienberg angelegt?
Was gibt es dort zu sehen?
3. In St. Martin d’Ardeche ist eine Straße nach einem Deutschen benannt.
Wie heißt der Mann?
Wie lang ist die Straße?
Warum ist die Straße nach ihm benannt?
Wann lebte der Mann?
Na dann mal los. Die ältesten Mädchen wollten sich besonders schlau anstellen und wanderten erst einmal zur Touristikinformationsstelle nach St. Martin. Jedoch war dort niemand anzutreffen, deshalb schmiedete man den Plan die Gendarmerie aufzusuchen, um dort die Antworten zu erhalten. Gesagt, getan. Die französische Polizei war auch äußerst freundlich, jedoch entweder blöd oder sie veräppelten unsere Girls. Auf die Frage wann die Zeder in Aigueze gepflanzt wurde, antworteten sie: Im 16. Jahrhundert und zwar von einem Mann, der 1822 geboren wurde. Als ob… Unseren Blondies gefielen jedenfalls die Antworten und ihre wissenschaftliche Herangehensweise, die immerhin 2,5 Stunden dauerte, stimmte sie fröhlich. Na ja, jedenfalls waren sie den Vormittag beschäftigt…
Eine neue Schwimmtour wurde von der Gruppe Franky ausprobiert. Mit von der Partie waren der tätowierte Wal (Küchenchef Pascal), Vize Küchenchef Bifi (Arne), Gutelauneonkel Heinz, Banktrina Rita und Alleswaskaputinganzverwandler Jürgen nebst Tochter Alena. Alle zwängten sich in mehr oder weniger bequeme Rettungswesten (Pascal in ein weniger bequemes quietschlilafarbiges Leibchen) und wurden so, versteckt in beide Transen, nach Sauze gefahren und dort ausgesetzt. Von dort auf sich allein gestellt, schwammen sie nun Richtung Lager. Heinz mit einer Luftmatratze bewaffnet vorne weg. Eine seltsam schwimmende Prozession die sich lachend, scherzend und doch sportlich, für Jedermann sichtbar, in der nicht vorhandenen Strömung der Ardeche fortbewegte. Noch später auf dem Zeltplatz konnten sich die Teilnehmer vor lauter Begeisterung kaum beruhigen.
Gruppe Andi probierte die Kistenkletteranlage aus. Doch die Jungs haben anscheinend Probleme mit dem Gleichgewicht. Viele kamen über 4 gestapelte Kisten nicht hinaus. Lediglich Theo Straßmann erreichte mit 14 übereinander gesteckte Bierkästen ein normales Ergebnis. Jedoch hatten alle tierischen Spaß und das ist ja der eigentliche Sinn dieser Einrichtung.
Die 2 Tagestourausflügler sind ebenfalls wieder im Lager. Hier nun ein kurzer Bericht.
Am Dienstag, 16. August, brachen die Gruppen Marco, Steffi, Annika und Björn zum Forsthaus, über Aigueze und dem Gipfelkreuz, auf. Und wie das bei manchen unserer Lieben so ist, versucht man sich vor solch einer, zugegebenen anspruchsvollen Wanderung, zu drücken. Maik Fase hatte z.B. ein stark verstauchtes Fußgelenk, was einen Marsch von ungefähr 3 Stunden unmöglich machte. Also wurde er im Lager zurückgelassen, natürlich mit den besten Genesungswünschen. Nachdem die Wanderer den ersten Anstieg hinter sich hatten, bekam ein Teilnehmer starke Bauchschmerzen, so dass Gruppenleiter Marco mit dem Erkrankten zurück ins Lager eilte. Und was entdeckte der hechelnde, erstaunte Marco dort. Ein Salto springendes, fröhlich jauchendes Kind auf einen der drei Turniertrampoline. Maik hatte eine unheimliche Schnellheilung erfahren. Was nun kommt, liebe Leser, können sie sich ja denken, also erst einmal ein tierischer Brüller vom Verars..ten, dann die Aufforderung sofort seine Schuhe anzuziehen und ab zum Forsthaus. Abends gab es dann friedlich Pizza für Alle, die Volker mit unserem Allradbus hinaufgefahren hatte. Als Passagiere hatte er den nächsten Fahrer Axel und Wanderleiter Mattes mit im Gepäck. Eine fantastische, sternenklare Nacht entschädigte dann die auf einer Plane liegende Wanderschar. Bis tief in die Nacht wurde philosophiert und diskutiert, zum Leidwesen der müden Gruppenleiter. Um 07:00 Uhr, am Mittwochmorgen, krähte dann Marco die tiefschlafenden Kinder wach. Die Rache des kleinen Mannes, kam den beiden Fahrer Volker und Axel sehr gelegen, so konnten sie doch zeitig wieder zurück zum Lager fahren und die Cascadentour bequem mitmachen. Die Forsthäusler machten sich derweil auf den Rückweg durch den Canyon. Unvergessliche Landschaften bekamen die staunenden Wanderer zu Hauf zu sehen. Die Ardèche-Schlucht ist von unvergleichlicher landschaftlicher Schönheit: felsige Steilhänge, Basaltschichten und tief unten der blaue Fluss, der sich in diese Landschaft eingegraben hat. Mit offene Münder und so manchen Aussprüchen wie „Mensch ist das geil“ stiegen die Gruppen in den Canyon hinab. Unten am Fluss angekommen, durchquerten sie die Ardeche und liefen anschließend zurück ins Lager. Viele Badepausen wurden eingelegt, so dass die beschwerliche Wanderung trotz der hohen Temperaturen gut zu ertragen war. Die Kondition der Ausflügler war so gut, dass am Camping des Grottes noch die Schlammhöhle besucht wurde. Pünktlich zum Abendessen waren dann unsere Abenteuer wieder auf dem Zeltplatz. Besonders den Jan Beermann, aus der Gruppe Björn, muss ich noch ausdrücklich hervorheben. Auf dem Hinmarsch zum Forsthaus stolperte er unglücklich und fiel auf seine linke Hand. Trotz starker Schmerzen, die auch noch am Folgetag andauerten, absolvierte er die gesamte Rücktour ohne auch nur einmal das Gesicht zu verziehen. Im Lager wurden dann die Schmerzen jedoch unerträglich und im Krankenhaus stellte man dann einen Bruch des Handgelenks fest. Eingegipst läuft er nun auf unserem Platz herum. Jan, Hochachtung!!!
Gruppe Wolli verbringt die Nacht am Paradies. 5 Pizzen haben sie sich selbst belegt und im Konvektomaten gebacken. Ob die 7 Fastmänner die belegten Fladenbrote wohl aufgegessen haben? Morgen erfahren sie mehr…

Ein heißer Sommertag in France…

17. August 2011

Laut Wettervorhersage werden die nächsten drei Sommertage so um die 30°C (natürlich im Schatten) haben. Dann aber geht es – aufwärts! 38°C sind angekündigt. Na also, wir haben ja auch Sommer gebucht!
Die morgendliche Kanuübungsfahrt bewältigte die Gruppe Winnie bravourös. Diese kleinen Banditen sind wie ein Sack Flöhe zu hüten. Umso erstaunlicher wie es Winnie schafft seine 12 Schutzbefohlenen im Auge zu halten. Sein Rezept – sei selbst noch ein kleiner Junge und mache jeden Spaß mit. So auch beim Kanufahren, wobei er die Hilfe von unseren beiden Fachleuten Heinz und Mattes bekam. Glücklich und platschnass wurde gepaddelt, geschwommen und eben Blödsinn gemacht.
Zur Wasserwanderung durch den Toulourenc brachen die Gruppen Tanja, Frank, Wolli und Tana auf. Zusätzlich verstärkte die Truppe Beate und Arne aus der Küche sowie der kölsche Ralle (Ralf). Nach der gut 75 minütigen Fahrt wurde sich der Klamotten schnell entledigt und das kühlende Nass sofort aufgesucht. Der Toulourenc ist ein sehr schöner, durch enge Klammen und Schluchten fließender kleiner Fluss im mediterranen Südfrankreich. Der Toulourenc entspringt in etwa 1440 m Höhe. Schon bald erreicht der Fluss die Nordhänge des bis zu 1912 m hohen Kalksteinmassivs Mont Ventoux. Hier verläuft der Fluss noch auf rund 10 Kilometer neben einer Straße in einem offeneren Tal. Ab dem Dorf St. Leger gräbt sich der Toulourenc dann, bis kurz vor der Mündung in die Ouveze, auf rund 20 Kilometern durch außerordentlich schöne und enge Karstklammen. Im Hochsommer können die Klammen bei bis zu oberschenkeltiefen, fast stehendem Wasser durchwandert werden. Und das nutzen wir Jahr für Jahr aus. Die Kinder lieben diese Wasserwanderung, sie ist die beliebteste Tour im Programm.
Die Kistenkletteranlage war am Vormittag der Programmpunkt der jüngsten Mädels. Die Gruppe Manu stapelte stundenweise die leeren Bierkästen und verbrachte so einen schönen Vormittag.
Nachmittags war ebenfalls eine Kanuübungsfahrt angesetzt. Die Mädels von der Gruppe Jana (ohne Jana, da sie für 2 Tage wegen eines Trauerfalls nach Leverkusen muss) wurde unterstützt vom Guide Heinz, der Ersatzbetreuerin und Küchenfee Nina sowie Rita, Fahrradreparateur Jupp und Küchenbulle Pascal. Die Passage nach Sauze verlief problemlos. Alle hatten das richtige Gespür für diese wackligen Dinger, die man Kanus nennt. Am Strand wurde dann eine Pause eingelegt und die Gruppe staunte nicht schlecht, als sie einen tätowierten Wal von einer Klippe sprangen sahen, der dann einen kleinen Tsunami auslöste. Aufgeregte Eltern sammelten schon ihre kleinen Kinder aus Wasser ein, als dann aber Pascal den Fluten entstieg wurde sofort Entwarnung gegeben und die lachenden, fröhlichen Teilnehmer genossen noch einen schönen Wasseraufenthalt.
Winnies Gruppe besetzte derweil die Kistenkletteranlage. Jeder versuchte mal an Höhe zu gewinnen, doch interessanter gestaltete sich der Bau eines Unterschlupfs aus Bierkästen. Oben eine Plane drüber und fertig war das Gebäude. Nun wurden Karten besorgt und die Gruppe spielte vergnügt Uno zwischen verbauten Bierkästen. Klettern? – Nein danke!
Zum Forsthaus mit Übernachtung im Freien und anschließender Canyonrückwanderung brachen die Gruppen Steffi, Annika, Björn und Marco auf. Die Verpflegung (unter anderem selbstbelegte Pizza in Massen) hat Volker zu den Hungrigen hochgefahren. Er wird dort mit seinen Fahrgästen Axel und Wanderleiter Mattes die Nacht verbringen. Wie der Abend und die spätere Wanderung dann verlaufen ist erfahren wir dann morgen….
Nach dem Abendessen bot Manu zum ersten Mal Singstar an. Zwischen Gejaulten und musikalischen Hochgenüssen war alles dabei. Spaß hatten alle, auch manche Zuhörer…
Ein Leitergrillen mit saftigen Nackensteaks, Würsten und Grillfackeln versüßte dann den Teamern das Lagerleben. Außerdem wurde so standesgemäß unser neustes Teammitglied Rainer Austel (eine Küchenhilfe) begrüßt.
In unserer Grillecke am Ende des Lagerplatzes bruzzelten die Gruppen Frank und Tanja ihr Fleisch. Mit selbstgemachten Salaten und Stockbrot verfeinerten sie ihr Menü. Und da es dabei etwas später wurde, blieben sie direkt an Ort und Stelle liegen und verbrachten so eine ruhige Nacht unter sternenklaren Himmel.
Übrigens, es gibt keine Frikadellen mehr. Alle selbstgemachten Fleischklöpse wurden zu Mittag (mit Kartoffelecken und Bohnengemüse), oder am Abend verspeist. Die Bouletten wurden überall überschwänglich gelobt. Danke an die Küchencrew – mehr davon…
Ein ereignisreicher Tag ist nun vorbei, es sollen noch viele Andere folgen…

Ein abwechslungsreicher Montag…

16. August 2011

Nach einer regnerischen Nacht, begrüßte uns die Sonne an diesem ereignisreichen Montag. Ein super toller Sommertag mit Temperaturen um die 30°C. Also nichts wie raus aus dem Lager und ab in die phantastische Natur.
So absolvierten die Gruppen Tana, Jana, Wolli und Marco mit Wanderleiter Mattes und Tourenplaner Roland eine ca. 15 km lange Wanderung zu den Cascaden du Sautadet. Insgesamt marschierten 34 Personen gutgelaunt und geordnet, wie Perlen an einer Schnur aufgezogen, vom Platz. Nach einigen knackigen Anstiegen lief den Wanderern zwar der Schweiß in Strömen das Gesicht hinunter, jedoch wurde weiterhin fröhlich geplappert und gescherzt. Ein gutes Zeichen, denn erst wenn Ruhe einkehrt und niemand mehr etwas zum Besten gibt ist der Weg ein „Mörderischer“. Nachdem die Wanderer anfangs noch Asphalt unter den Füssen hatten kam man dann in Feld- und Waldabschnitte mit herrlichen Panoramablicken auf den Mont Ventoux, den Sarazenenzähnchen und dem Atomkraftwerk von Bollene.
Nach 4,5 Stunden erreichte die Wanderschar ihr Ziel, die Cascaden. Zwar abgekämpft aber doch mit guter Laune, wegen ihrer vollbrachten Leistung, sprangen alle sogleich von den Felsenklippen in die kühlenden Fluten. Die Cascaden von Sautadet sind Schluchten und Wasserfälle im Flusslauf der Ceze. Diese natürlichen Wasserfälle und Strudel, die sich auf einer Länge von über 100 Metern in den weißen Kalkstein gegraben haben sind ein eindrucksvolles und auch sehr lautes Naturschauspiel. Zu finden ist dieses einmalige Spektakel nahe dem Ort La Roque-sur-Cèze. Dieses am Berg gelegene, autofreie Dorf ist sehr sehenswert und wurde auch schon zum schönsten Ort in Frankreich gekürt. Doch Roland konnte die Kids nicht zu einem Ausflug dorthin überreden. Warum eigentlich?
Nachdem sich die Gruppen 2,5 Stunden mit Planschen, Schwimmen und Klippenspringen vergnügt hatte wurden sie um 18:oo Uhr zurück ins Lager gefahren. Eine wirklich anspruchsvolle Wanderung mit einem phantastischen Endpunkt, so kann man diese Tour zusammenfassend beschreiben.
Derweil kämpften die keinen Mädels der Gruppe Manu mit den schwerbeherrschbaren Kanus und den Stöcken mit den flachen Enden, die man Paddel nennt. Übungsleiter Heinz, schon ein betagter Herr jenseits der 60, schaffte es trotzdem den jungen Damen ein gewisses Verständnis und ein bisschen Freude für diese Art der Fortbewegung zu vermitteln. Zum Schluss hatten sie dann doch alle, auch Heinz, tierisch Spaß an der Kanuübungsfahrt.
Die beiden jüngsten Jungengruppen, also die Racker vom Winnie und von der Action (Kerstin), besuchten frohgelaunt den Camping des Grottes. Nach gut 2 Stunden besetzten sie ein Stück des herrlich heißen, feinkörnigen Sandstrandes und badeten vergnüglich in dem kühlenden Wasser der Ardeche. Kerstin, zuvor vom Mattes instruiert, riskierte einen unterirdischen Trip, mit 10 wagemutigen Jungs. Derweil passte Winnie auf die Sachen auf?! Schlammverschmiert und überglücklich tauchten die Expeditionsteilnehmer dann nach ca. 1 Stunde wieder am Strand auf. Ich hoffe, dass die geschossenen Fotos (später im Netz zu betrachten), das wiedergeben. Freude pur!
Steffis Kanuübungsfahrt verlief mit ihrer Gruppe reibungslos. Erwähnenswert ist, dass Nichelle Germies ihr Trauma überwunden hat. Seit etlichen Jahren, nach einem Kanukentern, ist sie nicht mehr in eines dieser wackligen Dinger eingestiegen. Doch nun überraschte sie nicht nur ihren Onkel, Fahrer Wolfgang, sondern auch die übrigen in ihrer Gruppe mit dieser Aktion. Selbstredend das sie nun an der großen 2 Tages- Kanutour mit dran teilnimmt, da sie das ‚Paddeln wirklich gut beherrscht.
Am Paradies waren die Gruppen Tanja, Frank (ohne Frank) und Annika. Die Jungs erwiesen sich als wahre Gentlemänner und zeigten den Damen nicht nur den Pfad, sondern beseitigten auch alle störenden Geäste die in den Weg rankten. Annika war voll des Lobes wegen der zuvorkommenden Art von Frankys Jungs. Am Paradies selbst war wieder ordentlich der Bär los. Einheimische Jungs hatten zwar den Platz schon belegt, jedoch arrangierte man sich und verbrachte so eigentlich einen herrlichen Nachmittag, wäre da nicht dieser von einem Franzosen geworfene Stein gewesen, der den Kopf von Annika traf. Eine blutende Wunde und einen Brummschädel war das Resultat. Tja, das Steine werfen ist für unsere Teilnehmer strengstens verboten, man sieht ja was dabei herauskommen kann. Jedenfalls biss Annika auf die Zähne und so war der Zwischenfall zwar ärgerlich aber die Situation eskalierte nicht. Tapfere Annika…
Gegen Abend ertönte aus den Platzlautsprechern plötzlich laute Beatmusik. Neugierige Blicke untereinander als Steffi und Frank vor die Gemeinde schritt und merkwürdige Hopser mit Armverrenkungen und Beine schwingen vollbrachten. Kein neuer Tanz sollte da vorgezeigt und einstudiert werden, nein – es wurde von den Beiden Aerobic angeboten. Rasch bildete sich eine reichliche Anzahl Gleichgesinnter und ab die Luzzi. Welch ein Spaß für die die da mitmachten und den zahlreichen, unbeteiligten Zuschauer.
Die erste Kinonacht konnte dann anschließend ebenfalls angeboten werden. 2 Spielfilme (natürlich mit FSK: O – 6 Jahre Freigabe) wurden mittels Beamer auf unsere Leinwand gezaubert. Die Kinofreaks lagen derweil auf einer ausgebreiteten Plane mit ihren Isomatten und Schlafsäcken. Und da es gerade so gemütlich war, blieben anschließend auch fast alle liegen und verbrachten so die Nacht unter einem sternenklaren Himmel. Nur der volle Mond beleuchtete diese harmonische Szenerie.
Übrigens zu Mittag gab es Penne mit Tomatensauce und Salat. Ein dickes Lob an dieser Stelle der Küchencrew. Küchenchef Pascal, Arne, Beate, und Nina buken bis tief in der Nacht 676 Frikadellen (natürlich handgemachte). Wirklich leckere Dinger, wie Tester Ronny bestätigte. Dank an die Küche. Auch an unsere graue Eminenz Mac. Tag für Tag backt er für das Lager leckere Brote, backt Kuchen oder rührt Milchreis mit Zimt und Zucker an. Unvergessen bleiben auch seine selbstgemachten Eiscremes, die die Kinder abgöttisch lieben.
Sie sehen, bzw. lesen, liebe Eltern, ihren Kindern wird Unterhaltung und eine warme Mahlzeit jederzeit angeboten.
Morgen mehr…