Auf Wiedersehen…
30. August 2011Der Freitagmorgen begrüßte uns mit einem heiteren Himmel und angenehm warmen Temperaturen. Also nichts wie raus aus dem Lager haben sich die Gruppen Jana, Marco, Winnie und Action gedacht. Mit Axel und Chiro fuhren sie Richtung Mont Ventoux und genossen dort am Fuße des höchsten Berges der Provence die Wasserwanderung durch den Toulerenc. Wie immer ist dieses nasse Vergnügen für alle Teilnehmer das Highlight der Ferienfreizeit. Die 4 Gruppen nutzten das herrliche Wetter und die Tour so ausgiebig, dass sie erst um 19:30 Uhr ins Lager kamen. Unterwegs gerieten sie in ein so heftiges Unwetter, dass sie nur im Schritttempo fahren konnten. Und sie rieben sich die Augen als sie unseren Platz sahen. Alles matschig und mit Pfützen überzogen. Gruppen trollten sich auf dem Fußballplatz und versuchten im Schlamm den Ball von dem einen ins andere Tor zu befördern. Was für eine Gaudi. Gottseidank haben wir warmes Wasser, so dass die Duschen einer besonders hohen Benutzerfrequenz ausgesetzt waren. Der Regenguss war zwar kurz, doch eben auch sehr heftig. Der ausgetrocknete Boden konnte die herabfallenden Wassermengen nicht schnell genug aufnehmen, so entstanden eben riesige Wasserlachen. Die Kinder hatten jedenfalls ihren Spaß.
Wegen des Unwetters konnten nachmittags leider keine anderen Touren mehr gemacht werden. Doch wie oben beschrieben beschäftigten sich die Kinder auch so. Langeweile kam jedenfalls nicht auf. Zu Mittag gab es Putenschnitzel mit leckeren Kartoffelecken und Gemüseeinerlei.
Einen besonderen kulinarischen Genuss erlebten die Leiter am Abend. Doraden, Sardinen, Champignons und Pernodkartoffeln vom Grill. Leckereien gebrutzelt und das mal völlig fleischlos. Mann, geht es uns gut…
Am Samstag war dann wettertechnisch wieder alles im Lot. Strahlend blauer Himmel, jedoch ohne diese astronomisch hohen Temperaturen. Einfach ein klasse Sommertag.
So konnten auch die zwei geplanten Fahrradtouren stattfinden, nämlich Gruppe Steffi zum Badesee nach Bollene und eine gruppenübergreifende Schar Velobegeisterte, die mit Ralf und Rainer eine Einkaufstour nach Pont St. Esprit, zum provenzalischen Markt, unternahmen. Es gab anschließend nur positive Vibration, die mir kundtaten - es war ein toller Tag.
Am Abend gingen einige erwachsene Teilnehmer zur zweiten Weinprobe. Der kräftige Landwein und die lockere Atmosphäre ließ den Rebenjüngern einen unvergesslichen Abend erleben.
Zu Mittag labten wir uns an Geschnetzeltem „Züricher Art“ mit Reis.
Am Sonntag erlebte das Feriencamp die letzte Messe für 2011. Huy ‚Pong Tu aus Gruppe Frank spielte auf einem Keyboard die Lieder mit, die die Gemeinde lauthals sang. Pastor Leo, unser Chef, wurde anschließend verabschiedet. Er hat nach gut sechs Wochen Ferienlager seinen Wohnwagen aufgeräumt und fuhr nun mit seinen 84 Jahren, mit seinem Golf, Richtung Heimat. Gute Fahrt!
Nach der Messe besuchten die Gruppe Tanja die Cascaden. Wieder erlebten die Kinder einen fantastischen Tag in dieser herrlichen, von Gott geschaffenen, Region. Für viele Teilnehmer ist diese Tour, mit der tollen Landschaft, den Klippen und den herrlich kühlen Fluten der Ceze, der eigentliche Star unter den Unternehmungen, die wir anbieten. Allerdings nur dann, wenn nicht hingelaufen werden muss. Für 2012 wird sich das ORGA- Team was einfallen lassen. Versprochen…
Marco ließ sich mit seinen Jungs nach Sauze fahren und schwamm die Strecke in der Ardeche zum Lager zurück. Wie die Gruppen zuvor, hatte auch er und seine Racker, tierischen Spaß an dieser Aktion. Bei geilem Wetter, eine saustarke Sache…
Der Dona Vierna wurde von Roland und einigen Teamern auch den dritten Sonntag hintereinander wieder erstürmt. Die herrliche Aussicht, das kleine Mahl, eine entspannende Wanderung mit eingebauter Badepause, ließ mal wieder Alle erholsam ins Lager kommen.
Am Abend klangen dann ungewohnte Klänge aus dem Esszelt. Karnevalslieder, mitten im August, ja richtig – die Narren waren los. Mit Alaaf den Fastelovend feiern. D’r Fastelovend is et Pläsiersche vun jedem dä nit doof eßß. Häßß do ävver en Ratsch am Kappes, dann sääß do natöörlijj dat dä Aschamettwoch et jrößte eßß. Dat stemp äwwer net. Saare de Fastelovendßjecke. Wie dä Mann zom Wiev jehööt, esu is et och mem Fastelovend unn dem Rhingland. Un dä Ruusemoondachszoch esuwieesu. Äwwa wieso eijentlesch? Nunneja, im 30-järrijje Kriej do es et esu jewäse: Mir Rhingländer moote widder Wille och kempfe. Ävver mir hatte kee Luss! Dann hamme mer ejnfach beukottiert: Mir dääte mit Kamelle scheeße, worfe Strüßje un spillten lustijje Moseek. Esu erjoov sich dat. Verstanden?
Am Montagmorgen fuhren Tana mit 4 Mädels, Marco mit 6 Boys und Mattes die große Kanutour. Pünktlich um 05:30 Uhr rollten sie aus dem Lager, um gegen 07:00 Uhr ihre Boote am Pont d’Arc ins Wasser zu lassen. Herrliche Stunden auf der Ardeche, dazu die fantastische Landschaft links und rechts vom Fluss. Mit verklärten Blicken erzählten die Paddler später von ihrem Abenteuer. Vielen wird diese Tour ewig im Gedächtnis bleiben…
Im Lager selbst sind schon die ersten Abbauaktivitäten erfolgt. So manche Behausung, sprich Zelt ist zerlegt, eingetütet und fürs nächste Jahr eingelagert.
Der Abend steht ganz im Zeichen des Lagerabends. Winnie, der Moderator, hat ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Sketche, Parodien, live vorgetragene Lieder und Spiele mit verdatterten Leitern, sowie die Prämierungen der Turniere, alles Highlights, die die Kinder einen fidelen Abend bescheren. Noch bis tief in die Nacht erhellet Kindergelächter das Camp…
An dieser Stelle möchte ich mich von Ihnen ganz herzlich verabschieden. Wie sie ja selbst gemerkt haben, sind die Tagebucheinträge zu Ende der Ferienfreizeit etwas schleppend ins Netz gestellt worden. Das lag natürlich in erster Stelle an mir und meinen vielen Jobs hier im Lager. Doch das Camp hat viele Helfer, ohne die es den Kindern nicht so gut gehen würde. Fangen wir mal mit der Lagerleitung an. Doch halt, fast hätte ich den Chef vergessen, ohne den die Ferienfreizeit gar nicht stattfinden würde. Leo Verhülsdonck, lockere 84 Jahre jung, hat 1957 zum ersten Mal mit einigen Messdienern die Sommerferien verbracht (nicht hier an der Ardeche, doch außerhalb Leverkusen). Von Jahr zu Jahr wurden dann die Ziele für die Ferien immer weiter gesteckt. Irgendwann einmal hat man dann dieses herrliche Stück Erde entdeckt und dauerhaft als Feriencamp gebucht. 2006 kauften dann die Antoniusjünger ihren eigenen Campingplatz und so können nun ihre ‚Kinder von dieser Entscheidung profitieren. Bonzo und Jörg, die Lagerleiter, halten den ganzen Laden zusammen. Sie organisieren, planen für die Zukunft und bestrafen auch schon mal hin und wieder Unbelehrbare. Die Küchencrew setzte sich diesmal aus dem harmonischen Team Pascal, Arne, Beate, Nina und Kirsten zusammen. Keiner ließ den Chef raushängen, alles wurde demokratisch abgestimmt und so konnten die Küchenleute auch locker alle Touren mitmachen. Das ausgezeichnete Essen, gepaart mit einer höflichen Umgangsform den Kindern gegenüber, ließen die Kombüse zu einem Wohlfühltempel werden. Nicht vergessen darf ich Uwe („Mac“), der die vielen Brote backte, die die Kinder hungrig verzehrten. Auch seine selbstgemachten Eiscreationen, liebten unsere Teilnehmer abgöttisch. Genau wie die beiden Büdchentanten Heike und Conny, die Tag für Tag, Süßigkeiten, Slush Eis und andere Leckereien verkauften. Vor Allem wurden sie geschätzt, weil sie sich geduldig auch die Sorgen und Nöte ihrer kleinen Kundschaft anhörten und so manchen Rat wussten, die ihre Klientel dann auch beherzigte. Die Lagerbank wurde von Rita und Maria souverän verwaltet. Ihre Kundschaft erhielt nicht nur die gesparten Euros, sondern auch gratis so manches Beratungsgespräch. So konnten viele Unüberlegtheiten der Kinder abgewandt werden. Die Fahrradwerkstatt hatte der Jupp unter seine meist ölgetränkten Hände. Die Maschinen waren alle top gepflegt und verkehrssicher. Immer höflich stellte er seiner Klientel die Räder auf Körpergröße und Sonderwünsche ein. Die Kanuübungsfahrten und Nachtwanderungen waren das Spezialgebiet vom Heinz. Die Kinder mögen seine Art mit den Dingen umzugehen. Viel Spaß und so manchen Unsinn verzapft er mit seiner Anhängerschaft. Damit die Kinder überhaupt Touren starten können haben wir dieses Jahr gleich 5 Fahrer organisiert. Wolfgang, Moni (die mit dem Teleskop), Volker, Ronny und Axel mit ihrer Engelsgeduld kutschieren die Kinder mit ohrenbetäubender Musik Von A nach B. Die Fahrten mit den Kleinbussen werden von den Kindern geliebt (ist ja auch besser als laufen). Die Sanitäranlagen sind in den bewerten Händen vom Ali. Ob Duschen, Urinale, Waschbecken oder WC’s keine Keime sind vor ihm sicher. Immer im Topzustand, so machen die kleinen und großen Geschäfte Spaß! Damit sich neue Teilnehmer nicht verlaufen haben wir unseren Wanderleiter Mattes. Mit Engelsgeduld bewältigt er so manchen Spaziergang mit der maulenden Meute. Nicht vergessen darf ich dann noch die ZBV’ler. Vorarbeiter Detlef mit Daniel, Rainer, Ralf, Helmut und Gast Claudia (unser Bierlieferant der Faßbierkontorei) sorgten mit ihrem Einsatz für dauerhafte Ordnung auf dem Platz. So manche Reparatur konnte erledigt werden und lästiges Gestrüpp wurde ebenfalls beseitigt. Dr. Chaos, Axel, belustigte die Kinder mit seinen Fahrradtouren. Außerdem war er unser Müllmann im Camp. Der Müllplatz war noch nie so aufgeräumt wie in diesem Jahr. Danke, Axel. Und dann wäre da noch Roland, also ich. Meine Aufgaben sind vielfältig und abwechslungsreich. Ich plane mit den Leitern ihre Unternehmungen als Tourenplaner, erstelle Listen für die unterschiedlichsten Dinge und wandere sehr gerne mit den Teilnehmern. Ich stelle Bilder ins Netz und schreibe gelegentlich mal Berichte für das Tagebuch. Immer knapp und aufs wesentliche konzentriert wie sie ja, als aufmerksame Leser, festgestellt haben. Für mich gehen nun sieben Wochen Zeltlager zu Ende. Die Zeit verflog im Nu. Zurzeit sind die Gruppen Jana und Franky am Mittelmeer, da sie die Bonusfahrt gewonnen haben. Ihre Zelte waren immer ordentlich und auch ihr soziales Verhalten ließ der Jury keine Wahl. Diese beiden Gruppen hatten es verdient. Das Lager ist am Dienstag fast komplett abgebaut. Viele Zelte sind eingepackt und verstaut. Heute Abend bieten wir noch eine Kinonacht für Alle an, da sowieso das ganze Feriencamp unter freien Himmel nächtigt. Vor den Filmen werden wir sämtliche Fotos, die wir ins Netz gestellt haben, vorführen. Die Leiter brutzeln die letzten Fleischstücke und haben nochmal die Möglichkeit über ihre Erlebnisse zu philosophieren.
Ich bedanke mich für die lieben Grüße (800 Gästebucheinträge) und hoffe dass ihr Kind so begeistert von unserem Angebot war, dass es unbedingt auch 2012 wieder mitwill. Also salü, bis nächstes Jahr…